Praxis für Physiotherapie Borkowski
Nina Borkowski
Am Thie 10
32351 Stemwede

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Fax: (05474) 17 73
E-Mail: nina.borkowski@t-online.de


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News

Tag der Rückengesundheit 2021

Kein Bock auf Rücken? Dann aufgepasst! Am 15. März ist wieder Tag der Rückengesundheit und dieser läutet in diesem Jahr die erste digitale Themenwoche rund um die Rückengesundheit ein. Bei der Initiative des Bundesverbandes deutscher Rückenschulen (BdR) e.V. und der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. dreht sich dieses Mal alles um die Rückenschule 2.0. Dabei handelt es sich um ein wissenschaftlich fundiertes, alltagsnahes Maßnahmenpaket zur ganzheitlichen Prävention und Linderung von Rückenschmerzen - in diesem Jahr corona-bedingt in passenden Formaten, ganz digital. Im Rahmen der Woche der Rückengesundheit (15.-19. März) stellen namhafte Experten Betroffenen und interessierten Laien an fünf Themenabenden in Live-Vorträgen und Workshops alltagstaugliche Tipps, lizenzierte Programme und Konzepte zur Rückengesundheit vor. Wer sich unter www.tdr.digital anmeldet, erhält während der Themenwoche regelmäßige Reminder sowie die tägliche Themenvorschau.

Laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse ging 2020 jeder 12. Tag von Krankschreibungen auf das Konto von Rückenleiden. In den meisten Fällen gibt es für Rückenbeschwerden keine klare Ursache. Häufig sind sie ein Zusammenspiel aus Bewegungsmangel, Stress, falscher Haltung und einer mangelhaften Ergonomie. Geschlossene Sportstätten, Fitness-Studios, Home-Office und Rückenschulen tun ihr Übriges, dass Rückengesundheit dieser Tage nur mit vermehrter Eigeninitiative möglich ist.

Genau hier setzt die Rückenschule 2.0 an, die in jedem Jahr mit neuem Motto daherkommt, unter dessen Dach die einzelnen Live-Vorträge und Workshops stehen. Außerdem können alle Beteiligten im Live-Chat und in Diskussionsrunden im direkten Austausch mit den Referenten ihre Fragen stellen. 2021 ist das Jahr, in dem Interessierte "Kein Bock auf Rücken" haben. "Die Rückenschule ist ein Maßnahmenpaket aus vielfältigen Lern- und Trainingseinheiten, das auf wissenschaftlichen Erkenntnissen aus Orthopädie, Sport- und Ernährungswissenschaften sowie Psychologie fußt", so Ulrich Kuhnt, Inhaber der Rückenschule Hannover und Vorstandsmitglied im Bundesverband deutscher Rückenschulen (BdR). "Damit wollen wir eine alltagsaugliche Anleitung zur Selbsthilfe für jedermann bieten. Es geht darum, für sich persönlich zu entdecken, was dem eigenen Rücken gut tut."

Gibt es bereits am 06. März einen ganztägigen Workshop für Experten vom Fach, so ist die Woche der Rückengesundheit ganz Betroffenen und Interessierten gewidmet. Die Woche beginnt mit dem Tag der Rückengesundheit am 15. März mit dem Themenbereich Ergonomie. An diesem Tag erläutert Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V., wie ergonomisches Sitzen und Liegen die Rückengesundheit beeinflusst. "In unserem Alltag sind wir von allerlei Dingen umgeben, die wir als selbstverständlich betrachten. Ob aber zum Beispiel der Bürostuhl in meinem Home-Office wirklich rückenfreundlich ist, darüber machen sich nach wie vor zu wenige Menschen Gedanken", erläutert Detjen und ergänzt, warum ihm der Tag der Rückengesundheit so wichtig ist: "Wir möchten Menschen zeigen wie sie ihr Umfeld, ihren Arbeitsplatz, ihr Zuhause so gestalten können, dass Rückenschmerzen vermieden werden. Dafür arbeiten wir gemeinsam mit Betroffenen, Ärzten und Therapeuten, Herstellern, Medizinischen Verbänden, Fachhändlern und vielen mehr daran, denn rückenfreundliche Alltagsgegenstände sind ein wichtiger Baustein der Therapie und Prävention. Zusammen mit dem BdR haben wir mit der digitalen Themenwoche zum Tag der Rückengesundheit eine zeitgemäße Plattform geschaffen."

Am Dienstag stehen Faszien im Fokus - und mit welchen Übungen man diese am besten fit hält erklärt der Physiotherapeut Günter Lehmann. Am dritten Tag widmen sich die Sportwissenschaftler Hendrik und Robin Schäfer von der Ruhr-Universität Wuppertal dem Thema sensomotorisches Training. Dabei erklären sie, wie sich die dafür wichtigen wirbelsäulennahen Muskeln durch entsprechende Übungen trainieren lassen. Am Donnerstag zeigt unter anderem die bekannte Gymnastiklehrerin Gabi Fastner mit ihrem Vortrag "Stabilität bringt Mobilität" Übungen für zuhause mit einem einfachen Ball. Zusätzlich zeigt die Sportphysiologin Barbara Klein wie sich jeder in 20 Minuten fit halten kann.

Zum Abschluss der Woche der Rückengesundheit erläutern die Rückenexpertinnen am Freitag, wie Psyche und Rücken in Verbindung stehen - und wie sich durch Yoga und Pilates Entspannung und Achtsamkeit trainieren lassen. "Viel zu oft stehen bei Rückenproblemen Medikamente und Operationen im Fokus", so Kuhnt. "Wir hingegen arbeiten ganzheitlich und ressourcenorientiert."

Die Themenwoche wird als Live-Videostream auf der Seite www.tdr.digital integriert und ist zusätzlich über YouTubeLive abrufbar. Sämtliche Vorträge werden hier für jedermann zugänglich auf öffentlichen Videoplattformen live übertragen. Parallel finden Chats mit den Experten statt, in denen persönliche Fragen gestellt werden können. Die Inhalte stehen auch nach der Themenwoche zum Tag der Rückengesundheit weiterhin im Internet zur Verfügung.

So sind Sie dabei!

Um Erinnerungen an die jeweiligen Termine zu erhalten, können Sie sich unter www.tdr.digital kostenfrei registrieren

So erhalten Sie zuverlässige Reminder und die Links zu den jeweiligen Live-Workshops. Wir sehen uns bei der Rückenschule 2.0!

Büro-Workout im Homeoffice beugt Mausarm vor

Regelmäßige Bewegung am häuslichen Computerarbeitsplatz hilft, die Hand gesund zu halten und einem Mausarm vorzubeugen. Orthopäden und Unfallchirurgen empfehlen deshalb allen Computerarbeitenden, regelmäßig zu pausieren und ihre Hand bewusst aktiv zu bewegen. Denn gerade das Arbeiten im Homeoffice führt zu einer besonderen Belastung der Hand, da der Arbeitsplatz meist nur provisorisch ausgestattet ist.

„Eine starke und schmerzfreie Hand braucht vielfältige Bewegung, gerade bei der Arbeit am Computer. Die Auswirkungen der stereotypen Bewegungen werden oft unterschätzt und erste Symptome nicht ernst genommen“, sagt Prof. Dr. Dieter C. Wirtz, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU).

Viele arbeiten seit Monaten im Homeoffice an provisorischen Arbeitsplätzen und plötzlich streikt der Arm: Jeder Klick mit der Computermaus verursacht Schmerzen. Sie sind Ausdruck einer ständig anhaltenden Belastung. Das sogenannte „Repetitive-Strain-Injury-Syndrom“ (RSI-Syndrom) bezeichnet verschiedene Beschwerden im Bereich der Arme und Hände. Auch der Rückenbereich sowie Nacken und Schulter sind manchmal betroffen. Treten die Schmerzen vorrangig im Unterarm auf, so spricht man vom Mausarm.

Der Mausarm entsteht durch langes Arbeiten mit der Computermaus oder Tastatur, was zu einer Überlastung führt. Immer gleiche sich wiederholende Bewegungen der Finger mit einseitiger Belastung in unnatürlicher Körperhaltung führen schließlich zu Schmerzen. Kommt dann noch Stress hinzu, verspannt sich die Hand weiter. „Im Homeoffice leidet nicht nur der Rücken, sondern wir beobachten auch eine Zunahme von Hand- und Armbeschwerden“, sagt Dr. Eva-Maria Baur, Präsidentin der selbstständigen DGOU-Sektion Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH).

Die Beschwerden äußern sich zuerst als leichtes Kribbeln bzw. Kraftverlust in Hand und Unterarm, anfangs nur zur spüren während der Arbeit mit der Computermaus und der Tastatur. Nach mehreren Monaten oder Jahren Computertätigkeit entwickeln sich Schmerzen, die trotz Entlastung anhalten und nur bei längeren Pausen, wie zum Beispiel Urlaub, abklingen. Später treten die Schmerzen auch in Ruhepausen und bei geringfügiger Belastung auf, z.B. wenn man eine Tasse Kaffee hält. Man spricht dann von chronischen Schmerzen. „Bei vielen Patienten liegt jedoch keine Entzündung vor, sondern durch die chronische Überlastung wird das Sehnengewebe degeneriert und die Kollagenfasern werden geschädigt. Bleibt dann zu wenig Zeit für die Regeneration, wird kein Kollagen zum Ausgleich nachgebildet. Mitunter kann es jedoch insbesondere im Bereich der Hand zu chronischen Entzündungen der Sehnen bzw. Sehnenscheiden kommen“, sagt Baur.

Um dem Mausarm vorzubeugen, sollten bei einem kleinen Büro-Workout zur Stärkung des Rückens auch Übungen für die Hand nicht fehlen. Eine stundenlange steife Haltung vor dem Bildschirm sollte hingegen vermieden werden.

Diese drei Handübungen sollten in Ihrem Homeoffice-Tag nicht fehlen • Hände schütteln:
Beim Schreiben mehrmals pro Stunde die Hände und/oder Arme ausschütteln.
• Hände dehnen:
Eine Faust machen, dabei den Daumen in die Faust nehmen. Kurz halten und die Hand dann wieder öffnen und Finger spreizen. Übung zehnmal wiederholen.
• Hände kreisen:
Kreisende Bewegungen mit der Hand machen, abwechselnd mit gespreizten Fingern und geballter Faust, dabei mehrfach die Richtung wechseln. Neben regelmäßiger Bewegung hilft ein ergonomischer Arbeitsplatz, einem Mausarm vorzubeugen. So sollte die Maus überprüft werden. Eine ergonomische Tastatur oder auch eine Handauflage vor der Tastatur können dafür sorgen, dass die Hand entlastet wird. Aber auch eine gute Sitzhaltung trägt zur Entlastung des Arms bei. Hilfreich ist ein Bürostuhl mit höhenverstellbaren Armlehnen. Gleichzeitig sollte auf die Höhe des Bildschirms geachtet werden, damit der Nacken- und Schulterbereich entspannt bleibt.

Im Homeoffice wird häufig am Laptop gearbeitet, was die schlechte Sitzhaltung noch verstärkt. Denn ist die Tastatur auf der richtigen Höhe, ist der Bildschirm zu niedrig oder aber der Bildschirm ist auf der richtigen Höhe, dann ist die Tastatur zu hoch. Bei länger andauernder Tätigkeit mit dem Laptop empfiehlt es sich deshalb, eine externe Tastatur und Maus zu verwenden. Der Laptop sollte dann für einen geraden Rücken erhöht positioniert werden. Noch besser ist die zusätzliche Verwendung eines extra Monitors.

GOTS startet Webinar-Reihe „Ortho SportsMed“

Die GOTS startet eine dauerhafte Webinar-Reihe zu orthopädischen Themen in der Sportmedizin und über den Tellerrand hinaus.

Die online-Veranstaltungen richten sich an Chirurgen, Orthopäden, Sportärzte, Trainer, Wissenschaftler, Physiotherapeuten und Medizinstudenten.

Hochkarätige Referenten aus dem europäischen Raum berichten aus ihrem klinischen Alltag, aus Wissenschaft und Forschung, aus der praktischen Tätigkeit.
Die Themen reichen von Gelenkverletzungen, über Sehnen, Bänder, Knorpelschädigungen, Muskeln, Gehirnerschütterung bis zur Wirbelsäule.

Es geht um Diagnostik, neueste Therapien, Prävention, Sportverletzungen im Kindesalter und vieles mehr.

Das erste Webinar gibt’s am Mittwoch, den 17. Februar 2021 von 19-20 Uhr.

Thema: DAS KNIE IM LEISTUNGSSPORT – MODERNE BEHANDLUNGSMETHODEN

Moderation: Prof. Romain Seil / Prof. Thomas Tischer

Programm:

Meniskusverletzung im Sport – was gibt es Neues?
Vordere Kreuzbandruptur – Wie zurück in den Sport?
Knorpeltherapie beim Sportler – MF, AMIC, Minced Cartilage oder ACT?
Tendinopathien – die unterschätzte Diagnose!

Anschließend: Diskussion

Referenten:

Prof. Romain Seil, Luxemburg, L
Prof. Thomas Tischer, Rostock, D
Prof. Christian Fink, Innsbruck, A
Dr. Lukas Weisskopf, Rheinfelden, CH

Die nächsten Themengebiete stehen bereits fest:

14.04.21 Concussion im Sport – Was muss ich wissen?
02.06.21 Sportverletzungen im Kindesalter
01.-03.07.21 Highlights vom GOTS Jahreskongress
22.09.21 Funktionelle Diagnostik – Was gibt es neues?
17.11.21 Regenerative Therapien
19.01.22 Sportlerleiste – wie diagnostizieren, wie behandeln?
16.03.22 Prävention von Schulterverletzungen
18.05.22 Wirbelsäule und Sport
06.22 Highlights vom GOTS Jahreskongress
20.07.22 Update muskuloskelettale Bildgebung / Diagnostik
Weitere Informationen:

https://www.gots.org/blog/2021/01/29/gots-startet-webinar-reihe-ortho-sportsmed/

Weltkrebstag: Sport-/Bewegungstherapie als fester Bestandteil der modernen Krebsmedizin

Bewegungsprogramme können die Nebenwirkungen einer Krebstherapie lindern und das Krebsrisiko senken. Daran erinnert der Deutsche Verband für Gesundheitssport und Sporttherapie (DVGS) anlässlich des Weltkrebstags am 4.2.2021. Unter den medizinischen Supportivtherapien bei Krebs zählt die Sport-/Bewegungstherapie zu den am besten evaluierten Methoden, die auch in die medizinischen Leitlinien Eingang gefunden hat. Deshalb müssen entsprechende Bewegungsprogramme bundesweit für die Betroffenen angeboten und von den Krankenkassen finanziert werden, fordert der DVGS.

Heutzutage ist die Sport-/Bewegungstherapie aus der Onkologie nicht mehr wegzudenken. Doch das war nicht immer so. Lange Zeit war der Einsatz von körperlicher Aktivität als rehabilitative oder präventive Maßnahme bei Krebspatienten sehr umstritten. "Die meisten Ärzte und Fachkräfte empfahlen ihren Krebspatientinnen und -patienten Schonung und Ruhe, nicht zuletzt, weil die wissenschaftliche Evidenz für eine andere Empfehlung nicht gegeben war. Zudem herrschte die Angst vor, die Bewegung könne eine Metastasierung begünstigen.", erklärt Angelika Baldus, die Geschäftsführerin des DVGS.

Anfang der Achtzigerjahre wurden jedoch erste Erfahrungen mit bewegungstherapeutischen Interventionen in der Nachsorge bei Krebspatienten gemacht. Die Deutsche Sporthochschule Köln sowie unabhängig davon der Landessportbund Nordrhein-Westfalen etablierten 1980/81 die ersten Krebsnachsorge-Sportgruppen für Frauen nach Brustkrebs. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als 1700 Krebssportgruppen und zahlreiche neue Initiativen, außerdem hat die Sport-/Bewegungstherapie Eingang in die wissenschaftlichen onkologischen Leitlinien gefunden.

Wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von Sport-/Bewegungstherapie in der Onkologie

"Für diese Entwicklung war die steigende wissenschaftliche Evidenz maßgeblich", erläutert Privatdozent Dr. Freerk Baumann, der die AG Onkologische Bewegungsmedizin am Centrum für Integrierte Onkologie der Uniklinik Köln leitet. "Die Wissenschaftler Kurt-Alphons Jochheim und Klaus Schüle von der Deutschen Sporthochschule Köln waren Pioniere und haben 1983 in einer Studie zur Bewegungstherapie bei Krebs erstmals gezeigt, dass Bewegung einen positiven Effekt auf die körperliche und psychische Konstitution in der Rehabilitation von Brustkrebs-Patientinnen hat. Seit Anfang der 1990er Jahre wurde die Forschung zur Bewegungstherapie in der Onkologie intensiviert. Inzwischen sind etwa 800 randomisierte, kontrollierte Studien publiziert, die die positive Wirkung der Sport-/Bewegungstherapie in der Onkologie belegen", ergänzt Baumann.

2019 hat ein internationales Konsortium unter Beteiligung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und mit finanzieller Unterstützung des DVGS die Fülle dieser verfügbaren Daten zur Wirksamkeit von Sport und Bewegung bei Krebs ausgewertet und Empfehlungen für Ärzte, Fachkräfte und Betroffene veröffentlicht. "Die Studienlage ist eindeutig: Krebspatienten können vor, während und nach einer onkologischen Behandlung von einer gezielten Bewegungstherapie profitieren", bestätigt Privatdozent Dr. Joachim Wiskemann, der die AG Onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg leitet und an der Expertengruppe beteiligt war. "Die Auswertung der Studienlage hat unmissverständlich gezeigt, dass Überlebende einer Krebserkrankung von körperlichem Training profitieren und dieses vor allen Dingen auch sicher für die Patienten ist. Bewegung hat bei einer Vielzahl von krebsbezogenen Gesundheitsbeeinträchtigungen wie Angstzuständen, depressiven Symptomen, Müdigkeit, körperlicher Leistungsfähigkeit, Lymphödemen und Lebensqualität einen positiven Einfluss", so Wiskemann weiter.

Sport-/Bewegungstherapie hat Eingang in die Leitlinien gefunden

"Die rasant wachsende Evidenz der sport-/bewegungstherapeutischen Interventionen in der Onkologie hat sich auch in den wissenschaftlichen Leitlinien niedergeschlagen. So wurde zum Beispiel in der 2017 aktualisiert erschienenen S3-Leitlinie Mammakarzinom die Bedeutung von Sport-/Bewegungstherapie in der Behandlung der betroffenen Frauen hervorgehoben", erklärt PD Dr. Freerk Baumann. Aktuell ist eine S3-Leitlinie zur "Bewegungstherapie bei onkologischen Erkrankungen" unter Mitarbeit des DVGS in Arbeit. "Die Leitlinien sind wichtige Meilensteine für die Überführung der wissenschaftlichen Erkenntnisse in die Praxis", betont Baumann.

Bewegungsangebote für Krebspatientinnen und -patienten

"Trotzdem gibt es in Deutschland nach wie vor kein flächendeckendes Bewegungsangebot für Krebspatienten in der Nachsorge", berichten sowohl Wiskemann als auch Baumann, die die neue Leitlinie gemeinsam koordinieren. Dabei sei es wichtig, dass Krebspatienten und ihre beratenden Ärzte und Fachkräfte ein geeignetes wohnortnahes Bewegungsprogramm finden. "Deshalb hat das NCT Heidelberg das 'Netzwerk OnkoAktiv' in Zusammenarbeit mit dem DVGS initiiert", berichtet Wiskemann. Es unterstützt Patienten bei der Suche nach einem wohnortnahen, zertifizierten sport- und bewegungstherapeutischen Angebot. "Für die qualitätsgesicherte Ausbildung der Sport-/Bewegungstherapeuten sorgt der DVGS mit einem gezielten Fortbildungsangebot", erläutert Angelika Baldus, Geschäftsführerin des DVGS. "Dazu zählen unsere Lizenz- und Zertifikatskurse zum Thema Bewegung bei Krebs sowie die Fortbildungskurse "Onkologische Trainings- und Bewegungstherapie (OTT)" für fortgeschrittene Sport-/Bewegungstherapeuten, die durch die AG Baumann an der Uniklinik Köln entwickelt wurden."

Eine flächendeckende Versorgung für alle Patienten

"Noch sind wir weit davon entfernt, dass alle Betroffenen ein sport-/bewegungstherapeutisches Angebot erhalten. Aufgrund der hohen wissenschaftlichen Evidenz für den Nutzen der sport-/bewegungstherapeutischen Interventionen in der Onkologie ist das völlig unverständlich. Deshalb fordern wir, dass das flächendeckende Trainingsangebot für alle Krebspatienten in Deutschland schnell ausgebaut und auch von den Krankenkassen finanziert wird", mahnt Baldus abschließend.



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